Ein sterbliches Leben, aus einem Gedanken geboren · Von Natur aus eigensinnig und töricht · 49 / 102
Baixue · Den Staub vergessen

Heftiger Schnee an Traufe und Stufen; mit ihm fort und zu Ende, das undeutliche flüchtige Leben auf dem Kissen. Gerade in die verschwommene Wildnis blicken, allein die wirren Jahre hüten; ach, wie oft ist es hell geworden. Nicht gehört, wie der Nordwind aufkam und wieder gemächlich sank. Eben erst, lange schon, das Bewusstsein sammeln; eine einzelne Gans will westwärts.
Laub über den ganzen Boden, kalt und still. Die Zeit mit dem eigenen Schatten verreiben, geistige Leere zwischen den Fingern. Die Augen voller Luftschlösser, Scherzen und Lachen verdecken den Saitenklang. Leichte Schritte schwanken; damals Liebster und Liebste, unterm Mond auf ferne Gipfel weisend. Jäh über kalte Kerzenasche wehen; Frostweiß streift alle leidenschaftliche Liebe ab.
Erläuterung——
Heftiger Schnee [kuài xuě]: starker, gewaltsam heranziehender Schneefall.
Enden [liǎo]: abschließen, zu Ende gehen.
Verschwommene Wildnis: undeutliche Landschaft außerhalb der Stadt.
Sammeln: aufräumen, sich aufrichten.
Herzensrichtung: Bewusstsein.
Zwischen den Fingern reiben [niǎn].
Kalte Kerzenasche [hán xiè]: Asche einer heruntergebrannten Kerze in kalter Nacht.
*Dieser Text ist ein Originalwerk. Bei einer Weiterveröffentlichung ist Guang Zhi Shiyi als ursprüngliche Urheberin anzugeben. Jede entdeckte Rechtsverletzung wird rechtlich verfolgt. Ergänzend: Das begleitende Bild stammt aus dem Internet. Das Urheberrecht am Originalbild liegt bei Ibuki Satsuki.