Ein sterbliches Leben, aus einem Gedanken geboren · Von Natur aus eigensinnig und töricht · 35 / 102
Qiliangfan · Schnee weint

Traurig, bitter; umkehrender Wind heult, verborgene Wölfe links und rechts, Klarblick und Zweifel. Finger an der Handfläche starr, Tränen nässen blutige Rüstung, Lippen steif, Augen bersten. Geist zerstreut sich und erlischt, glühende Nähe wird ewige Nacht. Winterwolken trauern, tausend Vögel fliegen nicht mehr; Schnee im leeren Raum wie nichtiger Staub.
Zurück zu dem Ort vergangener Jahre: in die Hände hauchen, Brauen senken, jener Mensch an meiner Seite. Das Eisrad leuchtet wie einst; in die Fremde gehen, machtlos vor dem Zerbrechen. Vom Laternenfest träumen, bemalte Boote, Löwentanz, heiße Lichtermärkte. Fürchten, dass jetzt zehntausend Jahre, tausend Herbste Punkt für Punkt verwelken.
Erläuterung——
Klarblick und Zweifel: deutlich erkennen und unsicher sein.
Starre Finger: kalte, steif gewordene Finger.
Gefrorene Wolken: dunkle Wolken des strengen Winters.
Staub und Spreu: bildlich etwas Geringes, das keine Beachtung verdient.
Jener Mensch: diese betreffende Person.
*Dieser Text ist ein Originalwerk. Bei einer Weiterveröffentlichung ist Guang Zhi Shiyi als ursprüngliche Urheberin anzugeben. Jede entdeckte Rechtsverletzung wird rechtlich verfolgt. Ergänzend: Das begleitende Bild stammt aus dem Internet. Das Urheberrecht am Originalbild liegt bei Ibuki Satsuki.