Ein sterbliches Leben, aus einem Gedanken geboren · Von Natur aus eigensinnig und töricht · 28 / 102
Boluomenyin · Ziehende Wolken

Herbstgefühl kommt hinzu, kalter Wind fegt alles spärlich. Plötzlich drängende Geschäfte in Strömen. Ein Faden Sehnsucht lässt nicht los, selbst die lange Nacht ist heiter. Dieser Aufbruch verletzt einen alten Wunsch, rote Bänder im Sturm.
Wer gleicht es aus? Ach, Warten ist das Allerfernste. Draußen rascheln die Schilfblüten, die Abenddämmerung deutlich. Den Liebesbund fest auffädeln, Seelen übereinanderlegen; danach bleibt nur verlorene Wehmut. Den Rückweg schätzen, keine immerwährende Klage.
Erläuterung——
Drängende Geschäfte [kǒng zǒng]: viele rasch zu erledigende Angelegenheiten.
Stürmisch: beschreibt heftigen Wind und Regen.
Di-Blüte: mehrjährige krautige Pflanze, ähnlich dem Schilf.
Auffädeln und festbinden: mit einer Schnur verbinden und fest verknoten; bildlich fest im Herzen behalten.
Verlorene Wehmut: bedrückt, als hätte man etwas verloren.
*Dieser Text ist ein Originalwerk. Bei einer Weiterveröffentlichung ist Guang Zhi Shiyi als ursprüngliche Urheberin anzugeben. Jede entdeckte Rechtsverletzung wird rechtlich verfolgt. Ergänzend: Das begleitende Bild stammt aus dem Internet. Das Urheberrecht am Originalbild liegt bei Ibuki Satsuki.