Ein sterbliches Leben, aus einem Gedanken geboren · Von Natur aus eigensinnig und töricht · 61 / 102
Xiao Chong Shan · Frühsommer

Anhaltender Regen, Pflugblüten spritzen auf Sternjasmin; das Ziegelhaus voller Aprikosen und Pflaumen, Weidenpirole eilig. Grüne Berge, Schneckenhäusern gleich, tauchen Worte des Weltstaubs unter. Lebensfreude suchen, Tinte mit den Windfäden verspritzen.
Träges Erwachen stiehlt Morgen und Abend; dichte Wolken sind wieder zerstreut, das kranke Gesicht verabschiedet sich. Schicht um Schicht Bergfarbe, halb wieder im Dunst verloren; die klingen fort und fegt Recht und Unrecht weg.
Erläuterung——
Lagernder Regen: ununterbrochener Regen.
Pflugblüten: umgepflügte Erde in blütenartigen Formen.
Sternjasmin: immergrüne holzige Kletterpflanze.
Grüne Schnecke: bildlich ein grüner Berg.
Weiches Rot: der Staub der Menschenwelt.
Morgen und Abend: Tagesanbruch und Dämmerung.
Fette Wolken: dichte Wolkenschichten.
*Dieser Text ist ein Originalwerk. Bei einer Weiterveröffentlichung ist Shixi Lin als ursprüngliche Urheberin anzugeben. Jede entdeckte Rechtsverletzung wird rechtlich verfolgt. Ergänzend: Das begleitende Bild stammt aus dem Internet. Das Urheberrecht am Originalbild liegt bei Ibuki Satsuki.