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Ein sterbliches Leben, aus einem Gedanken geboren · Von Natur aus eigensinnig und töricht · 59 / 102

Feng Ru Song · -Gesang um Mitternacht

Feng Ru Song · Sheng-Gesang um Mitternacht · Illustration

Hoher Bambus schaukelt Schatten, Kiefernwind zieht, klingt wie eine Sheng. Vor dem Mond das Schwert abwischen, Herzensruhe kosten; Vergangenes ist erkaltet – wie ertrüge man den Schmerz, es lieb zu behalten? Der gehäufte Schnee schmilzt das ganze Jahr nicht; hat die fortziehende Wildgans je Ruhe gefunden?

Ruderklang zieht fern, wieder ein Winter; beim Pferdezähmen schwer voranzukommen. An den Meditationssitz denken, aufsteigender Teedunst; munteres Plaudern und Lachen, kindliche Aufrichtigkeit. Alles aus einem halben Leben auf eine Karte setzen, im Alter aber die Streitlosigkeit lieben.

Erläuterung——

Na-Klang [ná]: Ruderschlag.
Pferde abrichten [diào mǎ]: Pferde zähmen und trainieren.

*Dieser Text ist ein Originalwerk. Bei einer Weiterveröffentlichung ist Shixi Lin als ursprüngliche Urheberin anzugeben. Jede entdeckte Rechtsverletzung wird rechtlich verfolgt. Ergänzend: Das begleitende Bild stammt aus dem Internet. Das Urheberrecht am Originalbild liegt bei Ibuki Satsuki.