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Noch ohne Titel · 30 / 30

Ort der Lauterkeit

Ort der Lauterkeit · Illustration

Ich lege alte Träume ans Wasser,frage nicht nach Herkunft, nicht nach Verbindung.

Eine klare Brise zieht über ferne Berge,weht etwas Kälte von den Brauen fort.

Erst nachdem ich alle Lichter der Menschenwelt gesehen habe,weiß ich, dass der helle Mond die großen Welten beleuchtet.

Von der Blüte verlange ich keine Vollendung,im Staub frage ich nicht nach Leid und Freude.

Steigt ein Gedanke auf, lasse ich ihn erscheinen;sinkt er nieder, lasse ich ihn vergehen.

Bachrauschen fließt am Ufer aus blauem Stein entlang,Bambusschatten schwanken vor dem alten Buddha.

Dieser Körper ist noch in der Menschenwelt,dieses Herz schon durch zehntausend Schranken gegangen.

Leerer Ruhm kommt und geht wie vorbeiziehende Gänse,alte Gedanken sinken lautlos in den leeren Teich.

Ich senke nur den Kopf und gehe langsam,störe weder Gras noch Bäume, schrecke keine Quelle auf.

Abenddämmerung legt sich spät über den leeren Hof,Glockenklang zieht fern durch weiße Wolken.

Nicht nach dem Tag der Heimkehr, nicht nach den Jahren fragen;ein Gefäß Adlerholzduft begleitet die späte Nacht.

Verlangt das Herz nach nichts, sind Himmel und Erde weit;beim Zurückblicken: tief in den Wolken ist der Mond von selbst rund.