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Noch ohne Titel · 04 / 30

Man sagt, gestern Nacht ging der Wind

Man sagt, gestern Nacht ging der Wind · Illustration

Es war ein Tag, an dem es nichts zu tun gab.Ein kühler Wind zog durchs Land und verärgerte die Hitzewelle.Ein Kräftemessen zwischen einem kleinen und einem alten Dickkopf,einander leid, miteinander im Streit,wieder fremd, wieder vertraut, lange, lange.

Man sagt, damals, gestern Nacht,sei der Feuerschein am Himmel nicht zu spät dahergestolpert,weder eckig noch rund, ohne Sinn für die Ordnung,weich in das sanfte Land der Wolken geschmolzen,blendend und stolz, ungebändigt und ausschweifend,leuchtend, strahlend, glühend.Brennt, alle Lichter dieser Welt.

Der Tor, mit Tastatur und Maus ausgestattet,vertraute ein ganzes Seelenleben an,schloss sich ans Netz an,durchquerte frei unzählige Dimensionen,schuf schöne Träume, mit dem Wirklichen gemeinsam hoch hinaus.

Vielleichtwird man des Dies und Das, des Eckigen und Runden müde,sucht neue Lieben, neue Wörter, neue Bilder, neue Bedeutungen,schenkt alles einem Windstoßund noch einem,Windstoß um Windstoß.Nur braucht man das Vergangene nicht auszulöschen.

Weiß der Teufel, ob morgen auch Wind weht,ob Brise oder Wirbelsturm;machen wir ihm ein wenig Platz.